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Beiträge im Februar, 2006
Werner Lorant neuer Trainer in Siegen
Seit wenigen Stunden ist es amtlich: Werner Lorant ist zurück im deutschen Fußballgeschäft. Er wird Trainer der Sportfreunde Siegen in der Zweiten Bundesliga, und weil Fußballdeutschland vor Freude ausflippt, weil Werner “Beinhart” wieder da ist, hat SCHLUSSMANN.DE beschlossen, ihm ein Lied zu widmen. Wir haben - nach Vorlage des original Werner-Songs “Beinhart wie’n Rocker” von Torfrock - sogar extra eines geschrieben.
(Intro: Diverse Schiedsrichterpfiffe, lautes Geschrei)
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Sammer wird DFB-Sportdirektor
Ein früherer Jugendtrainer von Matthias Sammer hat einmal gesagt, der Sammer, das sei schon immer einer gewesen, der gewusst hätte, wo’s lang geht, der habe sich von Anfang an durch sein selbstsicheres Auftreten von den anderen unterschieden. Und wenn es mal Elfmeter gab, dann sei immer er es gewesen, der sich den Ball geschnappt hätte. Es ist schwer nachzuprüfen, ob das tatsächlich so war, und das ist auch egal - die Aussage des Jugendtrainers klingt ja glaubwürdig. Der erwachsene Fußballspieler Matthias Sammer ist nämlich auch stets ziemlich präsent auf dem Platz gewesen, er hat sich weder durch lustige Eigentore (wie dereinst den Heber von der Strafraumgrenze über seinen Torhüter Stefan Klos) noch durch schlechte Mitspieler (SCHLUSSMANN.DE verzichtet aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes auf die Nennung von Namen wie Harry Decheiver oder Wolfgang Feiersinger) verunsichern lassen, er hat immer seinen Weg verfolgt, rennend, grätschend, passend, schießend, schreiend. Als Trainer war das nicht anders, und jetzt hat ihn seine Zielstrebigkeit zum DFB gebracht: Sammer ist seit ein paar Stunden neuer Sportdirektor der Nationalmannschaft.
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Wildmoser will Hoeneß verklagen
Uli Hoeneß ist Fußballmanager, und er ist auch: Metzgerssohn. Der Metzgerssohn an sich ist kein besonderer Mensch, keiner, an dem man spezielle Eigenschaften festmachen könnte, die andere nicht haben. Der Hoeneß Uli aber ist das schon, in gewisser Hinsicht: ein besonderer Mensch. Er redet offener als viele andere, er sagt, was er denkt, und er steht dann auch dazu. Deshalb ist der Hoeneß Uli unbeliebter als viele andere Metzgerssöhne, aber das dürfte ihm ziemlich egal sein, denn er ist auch: Wurstfabrikant (”Ich wusste früher genau, was eine Lyonerwurst kostet”), er hat 1982 eine Woche Urlaub genommen von seinem Managerjob beim FC Bayern, um Rostbratwürste für Aldi zu produzieren, und heute ist seine Firma der größte Anbieter an Nürnberger Rostbratwürsten überhaupt. Deshalb sollte sich Karl-Heinz Wildmoser die Sache mit der Klage vielleicht noch einmal überlegen. Man verklagt nicht einfach so einen mächtigen Wurstfabrikanten.
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Bundesliga am Wochenende
Bayern hat gewonnen am Wochenende. War eher wenig überraschend.
Nürnberg hat nicht gewonnen. War auch irgendwie klar.
Dortmund und Schalke haben kein Tor geschossen, das war schade.
Kaiserslautern hat ein 2:2 gegen den haushohen Favoriten MSV Duisburg geschafft, und hat zudem einen neuen Star: Daniel Halfar, 18, Schüler des Lauterer Heine-Gymnasiums. Sagt doch alles.
Bielefelds Fatmir Vata hat beim 1:2 in Hamburg erst den HSV-Fans den Stinkefinger gezeigt (”Sie haben mich als Scheiß-Albaner angemacht, da bin ich durchgedreht”) und später dann anlässlich eines rüden Fouls des HSV-Abwehrspielers Khalid Bouhlarouz an ihm gesagt: “So einer muss raus aus der Bundesliga. Der ist ein Kannibale. Das war ein Foul für das Gefängnis.” Das ist lustig.
Ansonsten? Ja. Bayern hat gewonnen. Wie aufregend.
Prämiert in KW 5 - 2006
Das Gehackte der Woche geht diesmal ausnahmsweise an einen weniger prominenten Darsteller der Fußballbühne: Manfred Utsch, Ehrenvorsitzender, Aufsichtsratsvorsitzender und Mäzen des Zweitligisten Sportfreunde Siegen. Utsch feuerte nach der 0:4-Pleite der Sportfreunde gegen Saarbrücken am Freitagabend Siegens Trainer Jan Kocian mit den Worten: “Nach diesem Debakel ist Jan Kocian entlassen.” Währenddessen stellte sich Kocian auf der Pressekonferenz den Fragen der Journalisten - als Trainer, der er gar nicht mehr war, was aber keiner im Raum wissen konnte.
Für diese Glanztat erhält Utsch von SCHLUSSMANN.DE das Gehackte der Kalenderwoche 5 - Glückwunsch!
Übrigens: Die Sportfreunde belegen derzeit in der Tabelle Platz 14. Das ist ein Nichtabstiegsplatz.
FC St. Pauli und die VIPs
Man weiß das ja nicht erst seit den Pokalspielen in dieser Saison: Der FC St. Pauli, gegründet 1910, beheimatet am Hamburger Heiligenfeld, ist etwas besonderes. Der Klub hat die interessanteste Fanszene Deutschlands (Künstler, Punks, Revoluzzer), die treueste Fanszene Deutschlands (fast 17000 Zuschauer im Schnitt in der Regionalliga), und er hat vor allem: die kreativste Fanszene Deutschlands. Als der Klub kurz vor der Pleite stand, wurden verschiedene Aktionen ins Leben gerufen, legendär sind das “Saufen für St.Pauli” und der Verkauf der “Retter-T-Shirts” - sogar Bayern-Manager Uli Hoeneß drehte damals vor dem Retter-Spiel des FC Bayern auf St. Pauli eine Ehrenrunde im “Retter-Shirt”. Er wurde dafür frenetisch gefeiert, aber das überrascht nicht - auf St. Pauli sind sie eben ein bisschen frenetischer als anderswo. Überraschend sind dagegen die kritischen Stimmen, die im Fanforum [Bürocontainer -> “Offener Brief” vom 03.02.06] des Klubs laut wurden, die dem Verein Kommerzlust vorwarfen.
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Galatasaray tilgt Schulden durch Spenden
Wenn man durch Istanbul fährt, fällt gleich als erstes auf: Hier ist alles ein bisschen chaotischer als anderswo. Die Häuser stehen in keiner erkennbar systematischen Anordnung, sie wuchern kreuz und quer aus dem Boden wie vergessenes Unkraut, was vermutlich an einem sonderbaren Gesetz liegt: Es steht geschrieben, dass ein Haus, das über Nacht erbaut wurde, nicht mehr abgerissen werden darf, unabhängig von Genehmigungen, Bauauflagen oder sonstigen lästigen, typisch deutschen Vorschriften. Und überall erheben sich Moscheen, majestätisch sehen sie aus, mit ihren hohen, schmalen Türmen. Sie sind für die Stadt wie die Schaumkrone für das Weißbier, die den faden Eindruck zum begehrenswerten macht. Weil so etwas aber nicht über Nacht erbaut werden kann, werden die Moscheen durch Spenden finanziert, durch das Volk - weshalb es sich neuerdings mit dem zuletzt häufig unmajestätischen türkischen Fußballklub Galatasaray Istanbul ähnlich verhält wie mit einer Moschee.
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Diskussion um Hockeytrainer Peters
Es gibt eine ganze Menge Bernhard Peters in Deutschland: Einen Graffiti-Sprayer in Bad Vilbel, einen Mathe-Nachhilfe-Lehrer im Internet, einen Künstler im Erzbistum Köln, einen Universitätsprofessor in Bremen - aber über keinen wird so viel geredet wie über Bernhard Peters, den Hockeytrainer. Uli Hoeneß bezeichnet ihn als einen, der “den Leistungssport im Blut” hat, Jürgen Klopp als einen “tollen Trainer, der sich für alles interessiert”, Jürgen Kohler kommt seinetwegen auf die Idee, den deutschen Fußball mit Karneval zu vergleichen, und Bundestrainer Jürgen Klinsmann glaubt, dass Peters “uns unheimlich viel geben und beibringen” kann. Nur Bayern-Trainer Felix Magath sagt: “Ich kenne den Herrn nicht.” Damit ist Magath ein Außenseiter - seit beim DFB die Idee aufkam, Peters zum technischen Direktor der Fußballnationalmannschaft zu machen, weiß schließlich jeder, wer der Hockey-Peters ist.
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Keiner will nach Lautern
Auf kicker online haben sie heute ganz treffend formuliert: “Wolf ist bedient!” Weiterhin: “1.FCK? Nein danke!” Das mag vielleicht etwas hart klingen, aber das ist es ja auch: Es ist alles ziemlich hart für den 1. FC Kaiserslautern in diesen Tagen und Wochen. Letzter der Bundesliga, minus 23 Tore, die schlechteste Defensive der Liga, und jetzt auch noch die meisten Absagen. Jacek Krzynowek, Bankwärmer in Leverkusen? Bleibt lieber Bankwärmer. Vaclav Sverkos? Bevorzugt Berlin. Cacau? Kommt nur für viel Geld. Peter Madsen? Gibt Köln nicht her. Es ist ganz offensichtlich: Keiner will zum 1.FCK. Klubchef Rene C. Jäggi sagt: “Wir hatten vieles geprüft. Was wir im Auge hatten, ist geplatzt. Wegen Zeit, wegen Geld. Wenn Spieler nicht kommen wollen …” Er klingt etwas deprimiert, dabei ist er doch auch ein bisschen selbst Schuld: Jäggi ist kein gutes Vorbild, er flüchtet zum Saisonende. Vermutlich ist er auch ganz froh darüber.
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