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Beiträge im April, 2006


Prämiert in KW 15 - 2006

Matthias Lehmann

 17. April 2006  »  Gehacktes der Woche

Gehacktes der Woche

Die Geschichte wiederholt sich jedes Wochenende: Der TSV 1860 München wollte mal in die Erste Bundesliga aufsteigen, aber aber die Löwen spielen schlecht, sie verlieren, sie verlieren andauernd. Danach treten sie vor die Mikrofone, reden von “zusammen halten” und “an einem Strang ziehen”, und davon, dass man sich die Misere nicht erklären könne.

Gestern Nachmittag hat 1860 in Aue gespielt und hat, natürlich, verloren, 0:3. Der Manager Stefan Reuter hat den Auftritt als “Frechheit” bezeichnet, und er hatte wohl Recht damit. Der Abstand auf die Abstiegsränge zur Reginalliga beträgt nun nur noch magere zwei Punkte. Dabei ist alles doch eigentlich ganz einfach, nicht wahr? Kaptän Matthias Lehmann hat nach Schlusspfiff gesagt, man müsse die restlichen Partien eben gewinnen, egal wie: “Jetzt gibt’s keine Schönspielerei mehr, sondern nur noch Siege.” Na dann. Ist doch eine gute Idee, dass die Löwen jetzt nicht mehr schön spielen wollen, sondern gewinnen. Haben ja oft genug schön gespielt, so schön, dass die Fans schon vor dem Spiel freudig waren, wie schön ihre Mannschaft diesmal wieder spielen würde.

Glückwunsch an Matthias Lehmann, für diese überaus treffende Selbsteinschätzung erhält er von SCHLUSSMANN.DE das Gehackte der Kalenderwoche 15!


FC Bayern besiegt St. Pauli im Pokalhalbfinale 3:0

Leidenschaft hat verloren

 13. April 2006  »  DFB-Pokal 05/06

Man stellt sich das lustig vor: Wie die Bayern-Spieler ihre Taschen in der mit charmanten Kacheln ausgelegten Kabine am Millerntorstadion abstellen, wie sie einen Blick in die Dusche werfen, die Schimmelflecken entdecken. Wie sie die Nase rümpfen, sich schaudern, sich schnell umziehen und nach draußen rennen und dabei noch über einen betrunkenen Fan mit Totenkopf-Pullover stolpern. So muss es gewesen sein, es wäre zumindest eine Erklärung, weshalb es während des Pokalhalbfinales zwischen St. Pauli und Bayern gestern Abend so aussah, als wollten die Bayern das alles schnell hinter sich bringen. Sie spielten ohne Herz und ohne großartige Einfälle - St. Pauli dagegen war mal wieder mitreißend, und ganz Deutschland hat sich erneut verliebt in diesen Klub und seine Fans, die so euphorisch sind wie nirgendwo. Und hat sich ein bisschen geärgert über die Bayern, die 3:0 gewannen und St. Paulis Träume beendeten.

Die Leidenschaft hat verloren, aber sie lebt trotzdem weiter, in den Bildern, die gemacht wurden, und in den Bildern, die wir in Erinnerung behalten - die Bilder einer großartigen Pokalmannschaft des FC St. Pauli 2005/2006.


HSV-Verteidiger Mahdavikia und seine Ehefrauen

Ein Bigamist!

 12. April 2006  »  Bundesliga 05/06

Eigentlich haben wir ja Mehdi Mahdavikia immer für einen anständigen Kerl gehalten. Ist Iraner, Abwehrspieler beim HSV, dunkles Haar, buschige Augenbrauen, fällt in der Öffentlichkeit nicht wirklich auf, solider Mann eben. Ha! Von wegen! Die Bild-Zeitung weiß es (wie immer) besser: Mahdavikia, der Bundesliga-Star, ist zu lesen, hat zwei Frauen geheiratet und ihnen nichts davon erzählt, er ist ein Bigamist, ein niederträchtiger! Ein durch und durch unsittlicher Mensch! Ein schöne-Damen-hinters-Licht-Führer! Ein Spielerfrauen-Sammler! Aber, zum Glück, die Moralwächter der Bild sind ihm auf die Schliche gekommen.

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Der Diplom-Psychologe Heinz Golling über Kahn und Lehmann

“Die fressen halt dann ihre Gegner”

 11. April 2006  »  WM 2006

Dr. med. Dr. phil. Dipl. Psych. Heinz Golling

Am Handy, heißt es, könnten wir Dr. Heinz Golling, 55, am besten erreichen, er sei viel unterwegs. Er ist Chefarzt der Abteilung für psychosomatische Medizin an der Internen Klinik Dr. Argirov in Kempfenhausen am Starnberger See. Genau der richtige Mann also, um für SCHLUSSMANN.DE den Patienten Oliver Kahn einmal genauer zu durchleuchten und über Lehmanns Zukunft und die Auswirkungen des Duells zu sprechen. Wir erreichen ihn schließlich am späten Nachmittag des Tages der Kahn-Pressekonferenz in seinem Büro.

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So ist Kahns Pressekonferenz zu Klinsmanns Entscheidung gelaufen

“Ein Kahn ist immer wichtig”

 10. April 2006  »  WM 2006

Da sitzt er also, Oliver Kahn, in grauer Flanellhose und blauweiß-gestreiftem Hemd, die blonde Mähne frisch gekämmt und modisch gestylt, neben ihm Markus Hörwick, der Pressesprecher des FC Bayern, vor ihm zahlreiche Mikrofone, Kameras und Fotoapparate. Es ist 15 Uhr, sogar ziemlich genau 15 Uhr. Der kleine Presseraum an der Münchner Säbenerstraße ist voll wie ein U-Bahn-Abteil in Peking. Man ist fast ein wenig aufgeregt. Wer weiß, vielleicht wird dies sogar ein Moment von geschichtsträchtiger Größe, Oliver Kahn, der große Kahn, der seit Freitag nicht mehr die Nummer eins im deutschen Fußball ist, spricht erstmals über diese Demütigung, er hat sich entschieden, ob er weitermacht oder aufhört. Richtig spannend ist das, als hätte ein dreistündiger Kinokrimi seinen unfassbaren Höhepunkt erreicht. Und dann spricht er. Er wird nicht aufgeben, sagt er. Er hat sich für die Mannschaft entschieden, sagt er. Oliver Kahn wird sich als Nummer zwei bei der WM auf die Bank setzen. Beinahe hat man das Gefühl, die Anspannung könnte sich bei manchem Reporter in spontanen Applaus entladen, aber das würde jetzt wohl zu weit gehen.

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Pressekonferenz des Titans

Kahn spricht

 10. April 2006  »  WM 2006

Es ist so weit: Oliver Kahn, der Titan, der King, wird in wenigen Minuten eine Pressekonferenz auf dem Vereinsgelände des FC Bayern an der Münchner Säbenerstraße halten und sich zur Entscheidung von Jügen Klinsmann äußern.

SCHLUSSMANN.DE ist natürlich mit dabei.


Prämiert in KW 14 - 2006

Udo Lattek

 10. April 2006  »  Gehacktes der Woche

Gehacktes der Woche

Man kann über die Medien sagen, was man will, fest steht aber: Das Fernsehen ist barmherzig, es ist nächstenliebend. Es besorgt Menschen Jobs, wenn sie nicht mehr wissen, wie sie ihren Tag füllen sollen, es gibt Menschen Titel, wenn ihre selbst erworbenen längst vergessen sind. Thomas Helmer zum Beispiel: Der war mal Deutscher Meister und Europameister, dann war ihm langweilig (vermutlich), und jetzt darf er im DSF eine Fußballsendung moderieren, obwohl die Universitäten und Journalistenschulen jährlich viele besser ausgebildete und talentiertere Moderatoren hervorbringen (die das Geld für ihre Ausbildung dank der Helmers oftmals umsonst investiert haben und arbeitslos von der Couch aus kopfschüttelnd zusehen müssen). Oder Boris Becker: Erst Tennisjüngling, dann Weltstar, Ikone, Held, und jetzt? Moderator, Interviewer. Kein Held mehr.

Oder eben Udo Lattek: Der war einmal der erfolgreichste Vereinstrainer der Welt, hat unglaubliche Erfolge gefeiert - heute ist er so genannter “Experte” und so oft im “Doppelpass”-Studio des DSF im Münchner Kempinski-Hotel, dass man vermuten möchte, Lattek hätte dort inzwischen ein Zimmer bezogen und würde nur noch zwischen Bett, Lounge (Studio) und Hotelbar hin- und herwandern. Nicht, dass wir ihn nicht mögen würden: Es ist lustig und manchmal sogar ein bisschen aufschlussreich, ihm zuzuhören. Gestern, in einer möglicherweise historischen Sendung (Loddar war da! Und Weißbier-Rudi!), hat Lattek zur Torwartfrage sinngemäß gesagt, man solle Lehmann und Kahn einfach bei der WM zusammen in ein Zimmer stecken und dann die natürliche Auslese entscheiden lassen. Alle haben gelacht, wir auch. Deshalb ist es für die Jury von SCHLUSSMANN.DE eine Ehre, dem Experten Udo Lattek diesmal das Gehackte der Woche zuzusprechen - Herzlichen Glückwunsch!


Der 29. Bundesligaspieltag, Teil 2

Vier Punkte!

 9. April 2006  »  Bundesliga 05/06

Die wenig überraschende Zugabe vom Sonntagabend konnte nichts daran ändern, dass der 29. Bundesligaspieltag in seiner Gesamtheit trotzdem überraschend war: Hamburg hat 2:0 gegen Mönchengladbach gewonnen, der verletzte Stefan Beinlich stand in Armee-Jacke neben dem Spielfeldrand und Thomas Doll feierte seinen 40. Geburtstag. Er werde mit seiner Familie ein bisschen essen gehen, hat er gesagt, die Party komme dann später, irgendwann. Von neuer Spannung im Titelkampf (vier Punkte!) wollte der Trainer allerdings nichts wissen, Meister werden die Bayern, Doll ist sich da ganz sicher, der HSV dürfe sich nur auf den zweiten Platz konzentrieren. Seine Mannschaft aber ist offensichtlich ein wenig optimistischer. HSV-Abwehrspieler Guy Demel wünschte seinem Trainer zum Geburtstag “die Meisterschaft”, und sein Kollege Bastian Reinhardt gab vorsichtig zu: “Wir schielen schon ein bisschen nach oben.” Vielleicht reden sie ja noch mal mit Doll.

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Der 29. Bundesligaspieltag, Teil 1

Denkmaleinsturztag

 8. April 2006  »  Bundesliga 05/06

Wir haben es ja schon lange vermutet, aber die Gewissheit wird an jedem Wochenende größer: Die Bundesliga ist in Wahrheit ein großes Theater, eine einzige riesige Bühne, auf der zahlreiche Darsteller in bunten Hemden, Trainingsanzügen und mit seltsamen Schriftzügen bedruckten Hemden verschiedene Szenen eines gewaltigen Stückes aufführen. Am gestrigen Freitag hat sogar ein Externer (der Bundestrainer) ungefragt neue Facetten beigetragen, weshalb wiederum die hauseigenen Hauptdarsteller heute genau dazu befragt wurden. Außerdem hat sich das Drehbuch des Abstiegskampfes dank der Improvisationskunst der Beteiligten plötzlich geändert. Und schließlich ist auch noch Boris Becker aufgetaucht. “Bundesliga, der 29. Spieltag, Teil 1″ - ein Auszug in fünf Akten.

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Hat Klinsmann Kahn gekillt?

Es ist noch lange nicht vorbei

 8. April 2006  »  WM 2006

Kahn ist geschockt über Klinsmanns Entscheidung

Als Jürgen Klinsmann im Juli 2004 das Amt des Bundestrainers übernommen hat, hat er gesagt, man müsse den Laden auseinandernehmen. Er hat nicht übertrieben - der Laden, falls damit die Nationalmannschaft selbst gemeint war - wurde von Klinsmann gänzlich neu aufgebaut, und gestern hat er auch den letzten Rest der alten Zeit eingerissen. Er hat ein Denkmal gestürzt, hat “Mad Jens” Lehmann zu seiner Nummer eins gemacht und “Titan” Kahn degradiert. Nun wird diskutiert: Ist Lehmann wirklich besser? Oder hat Klinsmann Kahn bewusst demontiert? Hat Klinsmann, wie die Bild-Zeitung vermutet, Kahn gekillt? Klingt wie ein übler Verschwörungsroman, der in einer früheren Epoche spielt - und möglicherweise ist es das ja auch.

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