Prämiert in KW 32 - 2006
| 14. August 2006 |
Früher haben sie Berti Vogts “Terrier” genannt, und das ist nur bedingt ein Kompliment, weil man bei Terrier ja sofort an Bullterrier denkt. Der Bullterrier ist ein kleiner, hässlicher Hund, der das Image hat, überaus kampflustig zu sein, und das war es ja auch, weshalb Vogts so genannt wurde (die Kampfeslust, nicht die Hässlichkeit, zumindest nicht offiziell). Die Leute mögen Bullterrier nicht besonders, und aus irgendeinem Grund war das auch bei Vogts so, als er Bundestrainer war. Danach hat er noch ein paar andere hochklassige Mannschaften trainiert (Kuwait, Schottland, Bayer Leverkusen), und jetzt ist er wieder beim DFB gelandet, auch wenn keiner so genau sagen kann, was er da eigentlich macht.
Man muss das alles wissen, um das Zitat einzuordnen, wegen des er nun von SCHLUSSMANN.DE das erste Gehackte der Woche der neuen Saison erhält: Er hat dem FC Bayern geraten, Zinedine Zidane zu kaufen und ihn dann aber nur in Heimspielen einzusetzen, denn auswärts werde er zu heftig attackiert.
Hat Vogts das nun als ehemaliger Europameistertrainer gesagt? Oder als ehemaliger Kuwait-Coach? Oder doch als Vogts, der Bullterrier? Wahrscheinlich ist es so: Es ist ein bisschen was von allem, und Vogts hat heute eine Art multiple Persönlichkeit, die sich zusammensetzt aus Vogts, dem Meistertrainer (Deutschland), Vogts, dem Provinztrainer (Leverkusen), Vogts, dem Nur-für-Geld-Trainer (Kuwait) und Vogts, dem Bullterrier-Trainer (Schottland).
So gesehen kann man jedem Trainer nur wünschen, einmal die gleiche Entwicklung wie Vogts durchzumachen. Man kommt auf die unglaublichsten Ideen als Bullterrierprovinzmeistertrainer.
