Italien, Frankreich und Brasilien sind weiter
| 28. Juni 2006 |
Das deutsche Publikum verfolgt die Partien bei dieser WM ja mit vollem Eifer, auch wenn Deutschland nicht spielt. Es wirft sich dabei meist an den Hals der Außenseiter, oder derjenigen Mannschaften, die besonders gut Fußball spielen. Bei dieser WM fiel bislang beides oft zusammen: Beispiel Elfenbeinküste, Beispiel Trinidad&Tobago, Beispiel Ghana, und auch Australien. Um so größer ist nun die Enttäuschung, dass alle Fußbalkunst und aller Kampf der Kleinen doch nichts genützt hat: Sie sind alle ausgeschieden - inklusive Spanien. Man darf die Spanier inzwischen ruhig zu den Kleinen bei Turnieren zählen - sie scheiden immer aus.
Dabei hätte man es ihnen so sehr gegönnt, dass sie endlich einmal an die Erfolge ihrer Vereinsmannschaften anknüpfen. Und viele hatten die Spanier ja auch als Gehimtipp gesehen, als potenzieller Finateilnehmer, sie waren gut in das Turnier gestartet, hatten die Ukraine förmlich an die Wand gespielt. Dennoch - jetzt muss Spanien nach Hause fliegen, die Ukraine hat sich ins Viertelfinale gestolpert und dabei so langweilig gespielt, dass nicht einmal das Elfemeterschießen gegen die Schweiz dramtaisch war.
Gestern Abend hatte das Publikum beim Treffer zum 3:1 von Zinedine Zidane deshalb gemischte Gefühle: Einerseits Freude über die Trotzreaktion des großen Zidane auf die merkwürdige Behandlung seines Trainers, andererseits war es doch ungerecht, dass das schlechte Frankreich das gute Spanien ausschaltete, nicht wahr? Wie schon zuvor geschehen bei den Italienern, die gegen Australien mit dem Schlusspfiff einen Elfmeter geschenkt bekamen, und bei den Brasilianern, die zwar auch von der eklatanten Abschlussschwäche der Afrikaner (hier: Ghanaer) profitierten, denen aber ein Abseitstor zugesprochen wurde. Eigentlich müsste Australien gegen die Ukraine im Viertelfinale spielen, Spanien gegen Ghana, und war nicht auch Ecuador eigentlich besser als England?
Vollends überzeugen und gewinnen - dieses Kunststück gelang bislang nur zwei Mannschaften: Deutschland und Argentinien. Diese beiden treffen im Viertelfinale aufeinander. Schade.
