Der 23. Bundesligaspieltag
| 26. Februar 2006 |
Das Alltägliche zuerst: Bayern hat gewonnen, Köln hat verloren, Hertha diskutiert über den Trainer.
Kölns Alpay hat mal wieder einen Platzverweis bekommen, gelbrot, nachdem er ein paar freundliche Worte an Leverkusens Paul Freier gerichtet hatte. Alpay ist Türke, die Türken sind Meister der freundlichen Worte.
Thomas von Heesen hat das mit den freundlichen Worten auch probiert und sie noch durch Gesten untermalt, weshalb der Bielefelder Trainer seine Coaching Zone in Richtung Tribüne verlassen musste. Machte aber nichts, von Heesen mag die Coaching Zones sowieso nicht besonders.
Dortmunds Christian Wörns war schon vor dem Anpfiff durch freundliche Worte aufgefallen, weshalb ihm Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit aller gebotenen Freundlichkeit aus der Nationalmannschaft strich. Dortmund hat gegen Bielefeld verloren. Mit Wörns.
Köln hat jetzt 18 Spiele in Folge nicht mehr gewonnen, hat aber ziemlich freundliche Fans. Die Fans kamen mit bunten Kleidern und roten Nasen, und sie verließen das Stadion erst eine viertel Stunde vor dem Schlusspfiff.
Premiere-Moderator Sebastian Hellmann hat gesagt: “Obwohl Karneval war, wurde in Köln trotzdem Fußball gespielt.” Das ist übertrieben, zumindest, was den FC betrifft.
Bayern-Stürmer Paolo Guerrero hat eine furchtbare Frisur, die aber einfallsreicher ist als die von Roy Makaay. Guerrero hat einfallsreich zwei Tore vorbereitet und zwei selbst erzielt, Makaay hat sich 90 Minuten langweilig warm machen dürfen. Über die Frisur wurde nicht gesprochen.
Leverkusens Roque Junior hat nach einem unfreundlichen Gerangel mit Alpay (Köln-Trainer Latour: “Er wollte doch nur den Ball holen”) die gelbe Karte bekommen. Gelbe Karte für Ersatzspieler sind nicht alltäglich.
“Kämpft!” (Plakat der Fans des VfL Wolfsburg)
“Wir müssen bei jedem Spiel an die Leistungsgrenze gehen.” (Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler).
Der VfL Wolfsburg hat gegen Hannover 2:1 gewonnen und dabei so viel gekämpft, dass er das Fußballspielen vergaß.
Schalkes Trainer Mirko Slomka hat schon wieder den Nadelstreifenanzug getragen. Schalke hat schon wieder gewonnen.
Hertha hat seit dem 15. Spieltag nicht mehr gesiegt und jetzt gegen Duisburg verloren. Gegen Duisburg.
Hamburgs Rafael van der Vaart ist zurück und hat gleich als Vorbereiter geglänzt: Kurz vor Spielende hat er lässig auf das eigene leere Tor geschossen (HSV-Torwart Wächter war zum Angriff nach vorne gelaufen). Daraus wurde das 2:0 für Stuttgart.
Zum ersten Mal in diesem Jahr gab es kein Unentschieden. Danke, Bundesliga.
