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Beiträge aus der Rubrik 'Gehacktes der Woche'
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Ge|hack|tes, das:
Maschinell (-> Fleischwolf) oder von Hand (-> Hackbeil) zerkleinerte
Fleischstücke, oft auch, um Reste zu verwerten (-> Recycling).
Konsitenz: Matschig.
Es ist viel los auf der Fußballbühne, jeden Tag, jede Woche. Die Darsteller
hinterlassen oftmals ihre Reste, manche davon sind wieder verwertbar,
manche nicht. Die Reste werden hier zusammengetragen und prämiert.
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Prämiert in KW 38 - 2006
Sonntagabend, Stadion der Freundschaft in Cottbus, Cottbus spielt gegen Nürnberg. Es läuft die zweite Halbzeit, als Cottbus ein Tor schießt und Nürnbergs Trainer Hans Meyer sich wegdreht, scheinbar genervt, weil Trainer natürlich immer tierisch genervt sind, wenn ihre Mannschaft ein Tor kassiert. Hinter ihm, vierte oder fünfte Reihe, sitzt ein Mann mit blauer Jeansjacke, ein Cottbus-Anhänger ganz offensichtlich. Er ballt die Fäuste, reißt den Mund weit auf, jubelt und brüllt und schaut Hans Meyer dabei direkt an, als wollte er ihm sagen: Siehst Du, blöder Nürnberger, so wird das gemacht! Ha!
Hans Meyer, der sich gerne betont lässig gibt, gibt sich betont lässig und hebt den ausgestreckten Zeigefinger und signalisiert: Ne ne, freu Dich nicht zu früh, blöder Cottbuser, das war Abseits.
Dann pfeift der Schiedsrichter. Der Linienrichter wedelt mit der Fahne. Abseits.
Im Fernsehen war schön zu sehen, wie der Cottbuser mit der Jeansjacke einen Moment verharrt, wie sein Gesicht stehen bleibt, als würde es jeden Moment in tausend Stücke zerspringen. Dann dreht er seinen Kopf und blickt aufs Spielfeld, als wolle er sein Gebrülle von gerade eben einfach vertuschen. Hans Meyer hat man nicht so genau gesehen, aber es ist anzunehmen, dass er gegrinst hat, zufrieden, und ein bisschen hämisch vielleicht.
Das Gehackte der Woche geht also diesmal an den Mann mit der Jeansjacke aus Cottbus, für vorschnelle und deshalb peinliche Provoaktion. Glückwunsch!
Prämiert in KW 37 - 2006
“Ich finde die Maßnahme nicht richtig und fühle mich verletzt.” (Gerald Asamoah)
“Gerald hatte im Mannschaftskreis angekündigt, dass er dem Trainer in der Öffentlichkeit Probleme bereiten werde, wenn er nicht alsbald in der Bundesliga von Anfang an spielen würde. Dieser Vorgang, der schon einige Tage zurückliegt, ist jetzt eher zufällig durchgesickert.” (Andreas Müller, Schalke-Manager)
“Ich bin menschlich tief enttäuscht.” (Mirko Slomka, Schalke-Trainer)
“Ich habe mich mit einem Spieler unterhalten, wie wir es andauernd in der Kabine tun. Dabei habe ich unter anderem gesagt: Wenn ich fit bin und nicht spiele, dann gibt es Probleme. Ich habe aber nicht gesagt, dass ich etwas in der Öffentlichkeit sagen werde.” (noch mal Asamoah)
“Die weitere Entwicklung wird beraten.” (noch mal Müller)
“Ich bespreche jetzt mit meinem Berater, wie es weiter geht.” (und noch mal Asamoah)
Das Gehackte der Woche für die bemerkenswerte Kommunikation erwachsener Menschen geht diesmal an: den FC Schalke 04! Glückwunsch!
Prämiert in WK 34 - 2006
Die Münchner Arena. Der FC Bayern spielt gegen Nürnberg. Bayern ist in Ballbesitz, es läuft die zweite Halbzeit, als der Fernsehkommentator lauter wird.
Kommentator: Und da ist Roy Makaay, er ist frei, er kriegt den Ball von Bastian Schweinsteiger, Makaay, nur noch der Torwart, MAKAAY, nur noch das leere Tor, MAKAAAAAAAY, jaaaa - NEIN! Nein?!
Liebe Kinder,
bitte, ich weiß, dass Ihr manchmal die Sachen im Fernsehen ganz doll findet, und ich weiß auch, das so was wie das, was wir gerade gesehen haben, ganz besonders witzig ist, aber, bitte bitte - macht so was nicht nach. Das ist nicht lustig. Der Mann mit der Gel-Frisur kann nichts dafür. Es ist nicht lustig, solche Menschen zu veräppeln, indem man ihre Mißgeschicke nachmacht. Wirklich. Der Mann hat es nur gut gemeint, aber er kann es eben nicht besser, er hat halt nicht nachgedacht in diesem Moment, aber auch dafür kann er nichts, weil er ist nämlich Fußballer. Außerdem, liebe Kinder, ist es gefährlich, aus einem Meter am leeren Tor vorbeizuschießen, weil es so schwierig ist. Man kann sich verletzen dabei, den Fuß verdrehen zum Beispiel, oder von Sitzkissen von wütenden Fans getroffen werden, und das wollt ihr doch nicht, oder? Eben.
Außerdem kriegt der nette Mann sowieso einen Trostpreis: Er kriegt von uns das Gehackte der Woche. Das ist doch auch was, oder?
Euer Dr. Schlussmann
Prämiert in KW 33 - 2006
Das Gehackte der Woche geht an, ähm, Moment…genau: Guy Demel für seine Würgeattacke gegen Kevin McKenna. Obwohl, nee, der Vragel da Silva von Cottbus soll ja „Scheiß Schwarzer“ gesagt haben zu seinem Gegenspieler Sanogo, wenn das stimmt, wär` das ja auch ganz schön doof – weil nämlich beide schwarz sind.
Aber die Fans waren ja auch unter aller Kanone. Die haben Sanogo nach seiner roten Karte so ähnliche Sachen hinterher gerufen wie der da Silva angeblich dem Sanogo. Und die Cottbusser haben vor dem Anpfiff nur die HSV-Hälfte gewässert, damit der Ball da besser flutscht. Alles ganz schön unfair, und irgendwie auch nervig. Weiterlesen »
Prämiert in KW 32 - 2006
Früher haben sie Berti Vogts “Terrier” genannt, und das ist nur bedingt ein Kompliment, weil man bei Terrier ja sofort an Bullterrier denkt. Der Bullterrier ist ein kleiner, hässlicher Hund, der das Image hat, überaus kampflustig zu sein, und das war es ja auch, weshalb Vogts so genannt wurde (die Kampfeslust, nicht die Hässlichkeit, zumindest nicht offiziell). Die Leute mögen Bullterrier nicht besonders, und aus irgendeinem Grund war das auch bei Vogts so, als er Bundestrainer war. Danach hat er noch ein paar andere hochklassige Mannschaften trainiert (Kuwait, Schottland, Bayer Leverkusen), und jetzt ist er wieder beim DFB gelandet, auch wenn keiner so genau sagen kann, was er da eigentlich macht. Weiterlesen »
Prämiert in KW 26 - 2006
Der argentinische Fußballspieler Leandro Damian Cufre sieht nicht besonders auffällig aus, er ist 1,76 Meter groß nd wiegt 76 Kilo, hat also weder eine besonders große, kleine, schmächtige oder kräftige Figur. Er trägt lange Haare, wahrscheinlich, weil die so schön wehen, wenn er durch die Luft fliegt. Er fliegt nämlich gerne mal durch die Luft, wie am Freitagabend, nach dem WM-Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien. Cufre ist Ersatzspieler, deshalb in Deutschland eher unbekannt, er ist während des Elfmeterschießens an der Seitenauslinie gestanden, wie alle Reservisten. Dann hat Cambiasso verschossen und Deutschland gewonnen, Per Mertesacker ist zufällig in die Nähe der Argentinier mit Cufre gekommen - und da hat er seine Chance gesehen: Cufre ist ein paar Schritte gelaufen, ist wie ein Karatekämpfer durch die Luft gesprungen und hat Mertesacker niedergetreten. Er hat die rote Karte dafür bekommen - und eigentlich sollte er nie wieder bei einer WM mitspielen dürfen.
SCHLUSSMANN.DE überreicht Cufre für den Platzverweis als Reservist das Gehackte der Woche - noch nie hat die Bezeichnung des Preises wörtlicher gepasst.
Prämiert in KW 25 - 2006
Die Schiedsrichter haben es nicht leicht in dieser Zeit, in der erst ein 26-Jähriger aus Berlin mit seinen Wetten ein ganzes Land in eine Fußball-Depression gestürzt hat, dann Italiener selbiges tun und schließlich sogar der Weltschiedsrichter Markus Merk bei der WM in die Kritik gerät. Und jetzt das: Graham Poll, der Referee aus England, der dort schon einmal für Aufsehen gesorgt hat, hat im Spiel Kroatien gegen Australien die Regelbücher umgeschrieben. Er hat dem Kroaten Josip Simunic erst in der 64. Minute die gelbe Karte gezeigt, dann noch mal in der 90. - und eine weitere in der 92. Minute. Erst dann hat Poll ihn mit einer roten Karte vom Feld geschickt. Drei gelbe Karten in einem Spiel für einen Spieler - das ist Rekord. Dabei waren noch nie so viele Schiedsrichter bei einem Fußballmatch wie bei dieser WM, und sie waren noch nie so gut miteinander verkabelt.
Neue Regeln, das gab es in Deutschland zuletzt 1975, als Wolf-Dieter Ahlenfelder nach 32 Minuten zur Halbzeit pfiff. Nur: Ahlenfelder war betrunken.
Prämiert in KW 24 - 2006
Okay, die Woche ist noch nicht ganz vorbei, Frankreich spielt noch gegen Südkorea - aber der Preisträger für das Gehackte der Woche steht trotzdem schon fest, daran kann kein Franzose oder Südkoreaner etwas ändern. Es ist: Ismail Bhamjee. Weiterlesen »
Prämiert in KW 21 - 2006
„Ich würde meine Spieler persönlich zu ihren Frauen und Freundinnen bringen, wenn sie das Halbfinale erreichen. Und die, die das nicht wollen, würde ich zu ihren Frauen zerren. Sie können mich beim Wort nehmen.“
(Ukraines Fußball-Nationaltrainer Oleg Blochin auf die Frage, ob seine Akteure während des einen Monat dauernden WM-Turniers Sex haben dürften)
SCHLUSSMANN.DE gratuliert zum Gehackten der Woche!
Prämiert in KW 20 - 2006
“Ich habe leider keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat gesehen, zumal ich eine für mich ungute Entwicklung spürte. Wie sich jeder denken kann, ist mir die Entscheidung sehr, sehr schwer gefallen. Schalke war mein Lebensinhalt.”
Rudi Assauer war Rudi, der Große, Rudi, der Zigarren-Boss, Rudi, der Schalke-Macher. Jetzt ist er es nicht mehr, seit vergangenen Mittwoch schon. Er ist zurückgetreten, sagt er. Er habe keine Basis mehr gesehen, sagt er. Auf Schalke haben sie in der jüngeren Vergangenheit immer häufiger hinter vorgehaltener Hand gebrummelt, der Rudi sei ein bisschen zu machtbesessen, er sei vielleicht sogar größenwahnsinnig. Und es war ja auch offen zu sehen: Das Assauer-Schalke hat geradezu unaufhörlich für viel Geld Spieler verpflichtet, Bordon, Krstajic, Ailton, Ernst, Rafinha, Kuranyi, Lincoln, Poulsen, Larsen - Schalke wollte nach oben, ganz nach oben, beziehungsweise: Assauer wollte das. Zuletzt haben sie ihm deshalb immer mehr Macht entzogen. Sie haben ihn geduldet, aber nicht wirklich ertragen.
Jetzt wollten sie ihn absetzen, sie wollten ihn abschaffen - und Assauer ist ihnen zuvor gekommen. Es ist ein natürlicher Vorgang, dass Menschen wie er dann behaupten, sie wären selbst gegangen, sie hätten keine Basis mehr gesehen undsoweiterundsofort. Dennoch klingt es immer komisch, wenn einer in der Sekunde, in der er rausgeworfen worden wäre, zurücktritt, und dann so tut, als sei es sein freimütiger Entschluss gewesen. Mitleid gibt es selten für derlei Aussagen - dafür aber einen Preis: Das Gehackte der Woche von SCHLUSSMANN.DE. Herzlichen Glückwunsch!
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