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"Moneten-Meier" neuer Manager in Köln

 21. Dezember 2005

“Es gibt viele Begriffe, die die Situation beschreiben. ‘Sanierungsfall’ aber finde ich nicht angebracht.”
(Michael Meier im Januar 2004, damals noch Manager von Borussia Dortmund, zum Schuldenberg des BVB)

Wenn man dumme Fehler macht, bekommt man oft dumme Spitznamen. Michael Meier kennt das, er hat sich so einiges anhören müssen in den letzten eineinhalb Jahren, am häufigsten “Schulden-Meier” oder “Moneten-Meier”. Beides passt ja auch ganz gut: Meier hat das Kunststück fertig gebracht, erst einen Schuldenberg anzuhäufen, der vermutlich sogar die Finanzjongleure von Real Madrid vor Neid erblassen ließ, und dann die Journalisten, die dies aufdeckten, zu beschimpfen und gerichtlich abzumahnen. Der 1.FC Köln war zu diesem Zeitpunkt in der Zweiten Bundesliga – vielleicht haben die Kölner das Treiben von Moneten-Meier deshalb nicht wirklich mitbekommen.

Nur so wäre es jedenfalls zu erklären, dass sie Moneten-Meier jetzt einen neuen Job gegeben haben: den des Managers. Wolfgang Overath, der Präsident des 1. FC Köln, hat sogar noch hervorgehoben, dass Meier “unser Wunschkandidat” sei, weil Meier doch schon Anfang der Achtziger Kölner Manager war, damals dort seine ersten Gehversuche als Bundesligamanager wagte und immerhin einmal mit den Kölnern Meister wurde. Aber das war in den Achtzigern, wie gesagt, und das ist lange her – Modern Talking ist ja trotz angestrengter Versuche heute auch nicht mehr gefragt. Nicht, dass wir Moneten-Meier den Job nicht gönnen würden, ganz im Gegenteil, und außerdem, klar, in Köln hat er auch nicht allzu viel Geld zum Ausgeben. Allerdings: Das hatte er in Dortmund auch nicht.

Im Juni 2004 wurden in der öffentlichen Bilanz sensationelle, ja beeindruckende 67,7 Millionen Euro Verlust und 118,8 Millionen Euro Gesamtschulden ausgewiesen – dazu kamen noch 360 Millionen “sonstige finanzielle Verpflichtungen”, die nicht Teil einer Bilanz sind. 360 Millionen! Na und? Der Meier ist mit Leib und Seele Kölner, wie er sagt, auch wenn er mal gesagt hat, dass er im Herzen immer ein Schwarz-Gelber bleibt. Doch was soll’s, Meier ist Manager, ein Anzugträger, ein Krawatten-selber-Binder, und sind wir doch mal ehrlich: Es gehört doch einfach zu diesem Geschäft dazu, dass man immer die Wahrheit sagt, die die Leute gerade hören wollen. Deshalb hat er in Köln gleich einen Vierjahres-Vertrag unterschrieben und dies damit begründet: “Ich bin doch kein Kurzstreckenläufer.” In Dortmund können sie davon ein Lied singen.

Moneten-Meier hat also einen neuen Job, und es gibt viel zu tun: Köln braucht noch einen Trainer. Unser Vorschlag: Gerd Niebaum. Geld-weg-Gerd war als Dortmunder Präsident Meiers Freund und Helfer in Dortmund, und den Trainerjob in Köln könnte er doch locker machen. Ein Kompetenzproblem hatte er als Präsident schließlich auch nicht.

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