Prämiert in KW 6 - 2006
| 12. Februar 2006 |
Es ist immer wieder aufschlussreich, Fußballspielern bei Interviews zuzuhören, insbesondere Abwehrspielern. Jürgen Kohler war Abwehrspieler, ein richtig guter sogar, kein dauerhaft dumpfer Grätscher, mehr ein kontrollierter Grätscher, ein Innenverteidiger vom alten Schlag, der alles konnte: Vorderleute zusammenfalten, Stürmern gewaltig auf den Nerv gehen, Ball wegschlagen, Ball zum Mitspieler passen. Wenn solche Leute Fernsehinterviews geben, sollte man ganz genau zuhören. Zum Beispiel im ZDF, in der Sportreportage. Kohler sitzt auf einem Stuhl, seine runde Brille klammert sich sicher wie immer an seiner Nase fest, er trägt eine beige Strickjacke. Er wirkt ziemlich gelassen, seine Stimme klingt ruhig, souverän.
Frage des ZDF-Reporters: Was befähigt Sie, Trainer zu sein bei einer Bundesligamannschaft?
Kohler: Ja, auch diese Leidenschaft am Fußball, äh, mir äh, ist es einfach gegeben, ich brauch diesen Rasengeruch in mir, und äh, bei anderen Menschen fließt vielleicht Blut durch die Adern, bei mir sind’s halt kleine Fußbälle.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer: Glückwunsch, Herr Kohler, zum Gehackten der Kalenderwoche 6! Und noch ein Tipp: Gehen Sie niemals Blutspenden - die Ärzte könnten schockiert sein.
