England und Portugal im Viertelfinale
| 26. Juni 2006 |
Potugal gegen die Niederlande war ein denkwürdiges Spiel, es gab: Kung-Fu-Einlagen, Kopfstöße, Tritte, Blutgrätschen, von-hinten-in-die-Beine-Grätschen, ohne-Ball-in-die-Beine-Grätschen, Diskussionen und Rudelbildungen. Es gab deshalb auch: Vier gelbrote Karten, insgesamt 16 Karten. Nachher sagte FIFA-Präsident Sepp Blatter, man hätte “auch dem Schiedsrichter die gelbe Karte zeigen können”; der Russe Ivanov wird wohl kein Spiel mehr leiten bei dieser WM. England gegen Ecuador war dagegen weniger denkwürdig - mit einer Ausnahme vielleicht.
David Beckham, der mit einer schon unsympathischen Präzision und Dauerhaftigkeit Freistöße verwandelt und auch diesmal per Freistoß das einzige Tor erzielte, wurde auffällig, indem er sich, nun ja, indem er sich übergab. Der Bild-Zeitung war das eine Story mit Beweisfoto wert, überschrieben mit: “Darum wurde aus Beckham plötzlich Brechham”. Man muss die Bild-Jungs aber verstehen: Von den langweiligen England-Spielen gibt es bei dieser WM nicht viel zu erzählen. “Brechham” ist da schon ein echtes Highlight.
Wie gut also, dass Portugal gegen die Niederlande noch folgte, das Rekordspiel, die Schlacht von Nürnberg. Man wünscht ja keinem Fußballer solche Spiele, allein wegen der unfassbaren Brutalität, mit der etwa der Holländer Boulahrouz Cristiano Ronaldo seine Stollen in die Oberschenkel bohrte. Als Zuschauer aber war dieses Achtelfinale dann doch, zugegeben, weitaus ansehnlicher als der müde Auftritt der Engländer. Nicht trotz - sondern wegen Brechham.
