Der 33. Bundesligaspieltag
| 8. Mai 2006 |
Es waren keine 24 Stunden vergangen nach dem auch rechnerischen Abstieg des 1. FC Köln, da meldeten die Bayern als frisch gebackener Meister offiziell ihre Ansprüche an (Glückwunsch übrigens, liebe Bayern, zur 20. Meisterschaft und der Verteidigung des Doubles. Wir sind aber nicht sicher, ob ihr euch darüber freut). Lukas Podolski wird nun ein Bayer, Bild packte ein Interview aus, das so womöglich schon vor mehreren Wochen geführt wurde. Podolski sagt darin, dass die Trainingsbedingungen in München besser wären als beim HSV oder in Bremen. Denn selbst wenn er einmal verletzt sein sollte, kann er dann immer noch gegen Schweini an der Spielkonsole antreten. Indes zuckt der sterbende 1. FC Köln noch ein bisschen und behauptet, zumindest den Zeitpunkt des Transfers mitbestimmen zu können. Vielleicht hofft man, dass Podolski (Panini-Bildnummer 35) nach der WM teurer wird - wir sind gespannt.
Während der Prinzenwechsel niemanden mehr sonderlich überrascht, beginnt hinter den Stadionkulissen das Gerangel um jene Spieler und Trainer, die sich als erstligatauglich erwiesen haben. Der MSV Duisburg will noch vor dem 34. Spieltag der aktuellen Saison den neuen Trainer für die nächste Saison präsentieren. Das nicht immer sattelfeste Kölner Management hat es immerhin geschafft, fünf Spielern im Kleingedruckten ihres Vertrages eine Zweitligapflicht einzubauen, darunter Lukas Sinkiewicz.
Aufgeschoben sind die Entscheidungen beim VfL Wolfsburg und dem 1. FC Kaiserslautern, obwohl bei letzteren Halil Altintop bereits als Abgänger (zurück in die Heimat, zu Schalke 04) feststeht. Die Autostädter haben offensichtlich einen Fehler gemacht, als sie Andres d`Alessandro bereits mitten in der Saison ziehen ließen. Seitdem fehlt der Mannschaft die Führung, die sie am Samstag gegen Wolfsburg dringend benötigen. Da treffen Wolfsburg uns Lautern direkt aufeinander und spielen um den letzten freien Platz in Liga Eins. Es dürfte eines der interessantesten Partien der gesamten Saison werden, denn hier treffen mindestens ein Dutzend Spieler aufeinander, die womöglich den Verein wechseln, je nachdem, wie es nach 90 Minuten steht. Vielleicht ist ja die Wolfsburger Arena dann tatsächlich mal ausverkauft.
Noch eine Anmerkung zu den Bayern: Oliver Kahn, die Panini-Nummer 19 in Deutschland, regte sich auf, der Meistertitel werde heruntergeredet. Der FC Bayern habe Großartiges erreicht, indem er das Double verteidigte.
Doch ein Abziehbild der letztjährigen Feiern war die Rheinfahrt nicht gerade, eigentlich wird der Titel nicht heruntergeredet, sondern heruntergefeiert. Die Beweispflicht, dass Der Titel wirklich viel wert ist, liegt bei den Spielern, und da zählt die Leistung nach dem Spiel. Es ist zugleich der erste Titel für die Münchner Arena, in der vor allem die Fans schwer in die Gänge kommen – allzu oft in dieser Saison wurden sie vom Gästeblock übertönt. Am Samstag gegen Dortmund können Spieler wie Zuschauer noch einmal beweisen, dass ihnen der Titel wirklich wichtig war.
