Prämiert in KW 20 - 2006
| 22. Mai 2006 |
“Ich habe leider keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat gesehen, zumal ich eine für mich ungute Entwicklung spürte. Wie sich jeder denken kann, ist mir die Entscheidung sehr, sehr schwer gefallen. Schalke war mein Lebensinhalt.”
Rudi Assauer war Rudi, der Große, Rudi, der Zigarren-Boss, Rudi, der Schalke-Macher. Jetzt ist er es nicht mehr, seit vergangenen Mittwoch schon. Er ist zurückgetreten, sagt er. Er habe keine Basis mehr gesehen, sagt er. Auf Schalke haben sie in der jüngeren Vergangenheit immer häufiger hinter vorgehaltener Hand gebrummelt, der Rudi sei ein bisschen zu machtbesessen, er sei vielleicht sogar größenwahnsinnig. Und es war ja auch offen zu sehen: Das Assauer-Schalke hat geradezu unaufhörlich für viel Geld Spieler verpflichtet, Bordon, Krstajic, Ailton, Ernst, Rafinha, Kuranyi, Lincoln, Poulsen, Larsen - Schalke wollte nach oben, ganz nach oben, beziehungsweise: Assauer wollte das. Zuletzt haben sie ihm deshalb immer mehr Macht entzogen. Sie haben ihn geduldet, aber nicht wirklich ertragen.
Jetzt wollten sie ihn absetzen, sie wollten ihn abschaffen - und Assauer ist ihnen zuvor gekommen. Es ist ein natürlicher Vorgang, dass Menschen wie er dann behaupten, sie wären selbst gegangen, sie hätten keine Basis mehr gesehen undsoweiterundsofort. Dennoch klingt es immer komisch, wenn einer in der Sekunde, in der er rausgeworfen worden wäre, zurücktritt, und dann so tut, als sei es sein freimütiger Entschluss gewesen. Mitleid gibt es selten für derlei Aussagen - dafür aber einen Preis: Das Gehackte der Woche von SCHLUSSMANN.DE. Herzlichen Glückwunsch!
