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Wette der Wembley-Bauarbeiter

 24. Februar 2006

Man kann beim irischen Wettbüro Paddy Power auf so ziemlich alles wetten: Auf nahezu jede Liga in jeglichen Sportarten, auf den Gewinner des “American Idols”, der amerikanischen TV-Superstar-Suche also, oder auf den nächsten Papst, wobei hier Österreichs Erzbischof Christoph Kardinal von Schönborn mit einer Quote von 7:1 deutlich weniger Gewinn bringen würde als “U2″-Sänger Bono (1000:1). Die aktuell bekannteste Wette aber wurde kürzlich aus dem Programm genommen: Die Wette auf die nicht termingerechte Fertigstellung des neuen Wembleystadions. Entscheidend ist dabei nicht die Wette selbst, sondern wer vor allem darauf gewettet hat. Und der Sprecher des Wettbüros sagte noch, man hätte stutzig werden müssen, als immer mehr Männer mit Blaumann und Schutzhelm in die Wettstuben in der Wembley-Gegend kamen.

“Wir konnten unser Glück nicht fassen, als der Buchmacher die Wetten anbot. Wir haben dem förmlich die Tür eingetreten, um unsere Wetten zu platzieren”, wurde kürzlich ein Elektriker in der englischen Zeitung “The Sun” zitiert. Der Mann ist kein gewöhnlicher Elektriker - er arbeitet auf der Großbaustelle des neuen Wembleystadions, das für rund 1,8 Milliarden Euro neu aufgebaut wird. 90 000 Sitzplätze soll es haben, und 2618 Toiletten, was Weltrekord wäre, wie die Engländer stolz behaupten. Am 13. Mai hätte das neue Heiligtum Londons mit dem Cup-Finale eingeweiht werden sollen, doch weil zuletzt häufiger Probleme beim Bau auftraten, kam Paddy Power auf die Idee mit der Wette. Dumm nur, dass die Stadion-Bauarbeiter das mitbekommen haben - innerhalb der ersten beiden Tage sollen rund 15 000 Euro gesetzt worden sein.

Das Wettbüro hat die Wette dann ziemlich schnell gestoppt. Zu spät zwar, aber doch rechtzeitig, um einen noch größeren Schaden zu verhindern. Schade eigentlich - man hätte den schlauen Bauarbeitern den Reichtum gegönnt. Klar, hat einer zugegeben, hätte das alles nicht gerade dazu beigetragen, besonders hart am Bau zu schuften.

Am vergangenen Dienstag gab der englische Fußballverband die Verlegung des Pokalfinales nach Cardiff bekannt. Das neue Wembley-Stadion wird definitiv nicht rechtzeitig fertig.

Vorangegangener Beitrag: Kein Anlass zur Arroganz



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