Der 1. Bundesligaspieltag 2006/07
| 14. August 2006 |
Der erste Spieltag ist vorbei, Bayern hat gewonnen, Bremen auch, Hamburg nicht, und Nürnberg ist Tabellenführer. SCHLUSSMANN.DE fasst zusammen, wer wie in die Saison gestartet ist.
Die Aufsteiger: Erfolglos. Um nicht zu sagen: schlecht. Bochum (ohne Chancenverwertung), Aachen (ohne Willi Landgraf) und Cottbus (ohne Glück, aber mit katastrophal kreischorangen Trikots) verloren zum Teil ziemlich deutlich, Aachen sogar 0:3 und seinen Torwart. Ist aber auch gemein, die Neulinge mit Spielen gegen die von Fernsehbundestrainer Klopp (siehe auch: Die Mainzer) befehligten Mainzer, die mit Nationalstürmer Neuville ausgestatteten Gladbacher und die schwungvollen Leverkusener zu begrüßen. Nächste Woche haben alle drei ihr erstes Heimspiel, Bochum gegen Bayern, Cottbus gegen Hamburg und Aachen gegen Schalke. Herzlich willkomen.
Die Favoriten: Passabel. Bayern hat jetzt einen neuen, guten Stürmer (Makaay), Hamburg hat seinen ersten Dämpfer (1:1 gegen Bielefeld), Schalke seinen Angstgegner (Frankfurts Torwart Pröll) und Bremen seinen Micoud (Diego). Die Sache ist eigentlich nach dem ersten Spieltag schon klar: Bayern spielt mal so und mal so und wird dann Meister, Bremen zaubert und stürmt und wird aber wegen zu vieler Gegentore Zweiter, Hamburgs junge Holländer-Truppe freut sich wegen fehlender Stürmer über das Erreichen der Champions-League-Quali und Schalke kämpft gegen den Abstieg, weil sich Rudi Assauer dann doch endlich selbst zum Trainer ernennt. Was freuen wir uns schon auf die nächsten Wochen.
Die Mitläufer: Beeindruckend. Mitläufer sind Mannschaften, die jedes Jahr mitspielen, ohne dass es jemand merkt, es sei denn, sie geraten in akute Abstiegsgefahr, was zumindest bei Wolfsburg und Nürnberg irgendwie dazu gehört. Am ersten Bundesligaspieltag 2006/2007 sind ein paar dieser Mitläufer unerwartet forsch ins Rampenlicht getreten, allen voran Nürnberg (Tabellenführer) und Arminia Bielefeld (Dämpfer für Hamburg, siehe auch: Die Favoriten). Wolfsburg hat einen Punkt erreicht, 0:0 gegen Hertha, immerhin.
Das Fernsehen: Durchwachsen. Das war ja die spannendste Frage: Kriegt der neue Rechteinhaber arena das hin mit der Übertragung? Bleibt der Bildschirm schwarz? Oder taucht Günther Koch plötzlich als Moderator im schwarzen Anzug auf? Nichts davon ist passiert. Der Bildschirm war bunt, aber er war auch: Merkwürdig verschoben. arena hat freundlicherweise als Grundeinstellung das 16:9-Format gewählt, was bei den meisten Fernsehern dazu geführt hat, dass nur das Geschehen in der Bildmitte verfolgt werden konnte. Die Sportschau dagegen: Souverän wie immer, jetzt sogar mit modellierten Steinzeitmenschen, die später als Reinhold Beckmann grüßten.
Die Fans: Ein bisschen euphorisch. Die WM ist vorbei, man hat das zumindest oft gelesen in den Zeitungen, und wer am Freitag in der Münchner Arena war, hat das dann auch geglaubt. Es ist doch alles so wie früher geblieben: In München klatschen sie, aber nicht zu laut, auf Schalke schreien sie, und das andauernd. Die Stadien waren voll am ersten Spieltag, das war zu erwarten. Und die Fans hatten überwiegend keine Deutschland-Trikots und keine Nationalfarben im Gesicht. Und: Die Wir-wolln-ein-Kind-von-Dir-Schreie sind auch wieder weniger geworden.
Die Mainzer: Trotzig. Man muss die Mainzer gesondert behandeln, schließlich haben sie doch den Fernsehbundestrainer. Jürgen Klopp hat während der WM so schöne Kringel und Striche auf den Bildschirm gemalt und so toll ausgesehen im 54-er-WM-Trikot, dass man sich ihn nun eher schwer als Mainzer Übungsleiter vorstellen kann. Er hat ja auch keine Kringel gemalt, vermutlich, weil ihm keiner einen Bildschirm gereicht hat, dafür hat er seine Spieler wieder herzlich umarmt, nach dem Sieg zum Auftakt. Zum Glück: Kringel malen hat ihn nicht verändert.
