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Schalke gegen AC Mailand

 6. Dezember 2005

Das war heute zu lesen: „Bitter! Schalke ab in den Verlierer-Cup“ (BILD) – „Das Ende für die Schalker“ (Express) – „Das Wunder bleibt aus“ (Süddeutsche Zeitung). Schalke hat verloren, gegen den AC Mailand, und zwar nach großem Kampf. Das kann man wirklich so sagen, die Schalker haben sich offenbar endlich mal an die Heldensagen um ihr blaues Trikot erinnert, die aus Tagen stammen, als die Schalker Arena noch ein schlechter Traum war und die Stadien „Kampfbahn“ hießen. Schalke hat verloren. 2:3. Und Werner Hansch weint vermutlich immer noch, ja vielleicht wird er sogar seines Lebens nicht mehr froh.

Schalke hat verloren! Dabei hat der Sat.1-Kommentator Hansch doch alles gegeben. Hat geschrien, dass der graue Zottelschnurrbart wackelte, und vermutlich hat er auch wild gestikuliert. Und er hat mal wieder echte Hansch’sche Glanzstücke abgeliefert. Zum Beispiel bei der gelben Karte von Mailands Gattuso: „Rrooot! Ich sehe rooot! Der hat die rote Karte!“ Dann hat der Schiedsrichter die gelbe Karte hervorgeholt, an die rote Karte hat er in diesem Moment ohnehin wohl so sehr gedacht wie Merkel nachts von Schröder träumt. Und Hansch hat festgestellt: „Ach nein, die gelbe, das ist nur die gelbe. Da hat sich wohl die gelbe hinter der roten versteckt, und ich hab nur die rote gesehen.“ Ist aber auch gemein von der gelben Karte, sich einfach zu verstecken, was soll man als Hansch denn da machen. Geht ja nicht, so was.

Besonders emotional war Hansch seinem Kollegen Erich Laaser verbunden, der zwischendurch live aus Eindhoven berichtete (allerdings ohne Bild, weshalb sich Sat.1 schon überlegen sollte, ob sich die Reise- und Spesenkosten für Laaser durch ein paar Sätze zwischen Hanschs Gebrüll lohnen). Einmal, als Schalke schon zurücklag und Eindhoven das vorentscheidende 2:0 erzielte, meldete sich Laaser mit ruhiger, sanfter Stimme: „Tor in Eindhoven.“ Und Hansch, ungleich lauter: „Tooor in Eindhoven! Toor in Eindhoven! Na hoffentlich auf der richtigen Seite, Erich!“ Erich Laaser, durch das Geschrei wach geworden, antwortete souverän: „Nein, Werner.“

Es gäbe noch so viele Anekdoten über Werner Hansch und seine Beziehung zum Mikrofon, aber damit soll jetzt Schluss sein. Nur noch dies: Kollege Oliver Welke sieht zwar besser aus und wirkt sympathisch, aber er kann auch so lustig sein wie Hansch. Bei der Analyse nach dem Spiel sagte Moderator Welke, während die Bilder zu den drei nicht gegebenen Elfmetern liefen: „Drei Mal hätte der Schiedsrichter pfeifen können, hier, einmal in der ersten Halbzeit, und dann hier, in der zweiten Halbzeit, und dann noch einmal in der dritten.“ Weil aber Oliver Welke seine Stimme so einsetzt wie man das im Fernsehen machen sollte, nämlich ruhig und locker, sei ihm das verziehen.

Schalke hat verloren. Aber dank Werner Hanschs Engagement am Sat.1-Kommentatorenplatz ist festzustellen, dass das wahre Wunder von Schalke vielleicht doch nicht ausgeblieben ist gestern Abend.

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Bisher gibt es 2 Kommentare zu diesem Beitrag
1.

Von Tom am 14.12.2005 um 16:09

War ein echt ein Hammerspiel!

2.

Von falco am 11.01.2006 um 18:38

Stimmt! Kann mich gut dran erinnern, und natürlic auch an den hansch und sein Gelaber!! wie könnte man das vergessen!

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