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Der 24. Bundesligaspieltag

 6. März 2006

Man sollte ja jedes Fußballerzitat zelebrieren, das irgendwie aus dem Rahmen fällt. Am Wochenende hat sich Thomas Doll verdient gemacht. Nach dem 2:1 seines HSV in der Münchner Allianz-Arena mimte er nicht nur den fairen Gewinner, sondern er hielt beim Interview auf Premiere all jenen den Spiegel vor, die selbst nicht spielen, aber trotzdem die ganze Zeit an Geld denken. Auf die Frage, wie er denn die Diskussion über Nigel de Jong verkraftet habe, der ja beim HSV so viel verdiene und bisher keine Leistung gebracht habe, sagte er: “Das ist eine typische Diskussion in unserer Neidgesellschaft.” Darf man sagen, wenn der besagte Spieler das entscheidende Tor macht? Das heißt aber auch: Nicht neidisch werden, wenn der FC Bayern trotzdem Meister wird!

Übrigens: Ob man die erste Heimniederlage der Bayern in der Allianz-Arena unbedingt mit “Die Mutter aller Siege” betiteln muss, wie die “Welt” es tat - naja.

Es gab einen zweiten unerwarteten Auswärtssieg. Womöglich hat das damit zu tun, dass Lukas Podolski unter der Woche einfach alles richtig gemacht hat. Alessandro del Piero soll sehr erstaunt gewesen sein, als Poldi nach dem Länderspiel in Florenz minutenlang vor der Toilette auf ihn wartete, um ein Autogramm zu bekommen. Poldi machte selbst zwei Tore und legte eines auf, del Piero hingegen konnte beim Spiel in Genua kaum glänzen.

Die Verlierer des Wochenendes sind also die beiden Honeß-Brüder. Während sich aber Uli mit dem Mailänder prêt à porter ablenken kann, kann Dieter gar nichts machen. Denn wenn die Fans noch eine Stunde nach dem 2:4 im Stadion stehen und nicht den Rauswurf des Trainers, sondern des Managers fordern, dann macht der Manager besser mal gar nichts, er würde so oder so als Depp dastehen. Einige Erzürnte wollten noch während des Spiels persönlich beim Hertha-Finanzier vorsprechen, durften aber nicht.

Vor dem Spiel seiner Mannschaft hatte Peter Neururer auf ein “langweiliges 5:5″ getippt. Ein aufregendes 2:2 wäre ihm nach 90 Minuten auch lieb gewesen gegen Schalke, doch Jiri Stajner ballerte kurz vor Schluss daneben. Danach sah er aus wie ein hilfloser Mann im Wartezimmer vor dem Kreisssaal. Und genau da wäre er auch besser mal hingegangen. Seine Frau versucht schon seit Längerem, das Töchterchen Adela zu entbinden. Vor dem Spiel wurde Stajner in der Hannoverschen Allgemeinen zitiert: “Ich kann mich gut konzentrieren.” Die Schalker freut das anstehende Familienglück, zudem war es der dritte Auswärtssieg des Wochenendes.

Eine schneebedingte Absage macht das Bundesliga-Wochenende unrund. Mit Spannung warten nun die Statistiker auf das Nachholspiel zwischen Kaiserslautern und Stuttgart. Sollten nämlich beide Teams treffen, dann hätte nur der MSV Duisburg am 24. Spieltag kein Tor gemacht. Eine einzige Mannschaft von 18 ohne Tor, das gibt es nämlich so selten wie einen schönen Rasen in der Allianz Arena.

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